Long Miles wurde 2013 in Burundi von Ben und Kristy Carlson gegründet und hatte ursprünglich das Ziel, die Qualität und Lebensstabilität für mehrere tausend Kleinbauern in der Region Kayanza zu verbessern. Seitdem haben sie ihre Arbeit nach Kenia ausgeweitet - in den Westen nahe dem Mount Elgon, sowie nach Uganda, in die abgelegenen Rwenzori-Berge. Der Fokus liegt derzeit jedoch auf ihrem ursprünglichen Projekt in Burundi, von dem wir seit über einem Jahrzehnt Kaffee beziehen.
Wie sich viele langjährige Abonnentinnen und Abonnenten erinnern werden, ist die Produktion und der Export von Kaffee in Burundi niemals einfach, und die vergangenen Jahre waren besonders herausfordernd. Aufgrund der zyklischen Natur der Ernte fiel die Produktion in diesem Jahr geringer aus. Das Team in Burundi hatte dadurch weniger Spielraum für Experimente und produzierte überwiegend klassische gewaschene und naturbelassene Kaffees. Dank der unermüdlichen Arbeit des Long Miles Teams an jeder einzelnen Station blieb die Qualität dennoch auf einem ausgezeichneten Niveau.
Die Hügel von Mutana bilden ein endloses grünes Mosaik und bieten atemberaubende Panoramablicke. Der Rand des Kibira-Waldes ist nur wenige Kilometer entfernt, sodass kühle Nebel täglich über die Felder der Bauern ziehen und die Reifung der Kaffeekirschen verlangsamen. Die fruchtbaren, sandigen Böden von Mutana lassen scheinbar alles gedeihen: stickstoffbindende Erbsen und Bohnen, Passionsfrüchte und Tee werden hier neben Kaffee angebaut. Kaffeebauern vom Gitwe-Hügel liefern ihre Ernte an die Heza-Station von Long Miles.
Heza liegt auf 1960 m ü. M., weshalb die Ernte hier in der Regel etwa zwei Wochen später beginnt als an der tiefer gelegenen Bukeye-Station. Diese Höhenlage ermöglicht ebenso beeindruckende Ausblicke über den Kibira-Wald bis nach Ruanda. Diese Aussicht gab Heza seinen Namen - „schöner Ort“ auf Kirundi. Heza wurde im Januar 2014 erbaut und versorgt heute fast 2.000 einzelne Bauern. Zudem unterstützt Heza die lokalen Produzenten durch die Bereitstellung von Kaffeepflanzen aus einer eigenen Baumschule mit über 15.000 Setzlingen.
Heza verwendet einen doppelten Fermentationsprozess, bei dem die Kirschen zunächst entpulpt und etwa 12 Stunden ohne Wasser fermentiert werden, bevor Wasser hinzugefügt wird und der Kaffee für weitere 12 Stunden eingeweicht wird. Anschließend wird der Kaffee „getreten“, um die klebrige Schleimschicht auf der Außenseite des Kaffeekerns zu entfernen. Dabei stampfen die Arbeiter den Kaffee in den Tanks, bevor er in Waschkanäle überführt und mit sauberem Wasser gespült wird. Danach wird der Kaffee je nach Wetterbedingungen 20 bis 30 Tage lang langsam auf erhöhten Trocknungsbetten getrocknet.
Diese sorgfältige Aufbereitung, zusammen mit den hervorragenden Bedingungen am Mutana-Hügel, hat ein herausragendes Beispiel burundischen Kaffees hervorgebracht - mit einem komplexen Charakter von roter Johannisbeere, Aprikose und Rooibos-Tee.
Dies ist erst das zweite Jahr, in dem wir Kaffees vom Bumba-Hügel veröffentlichen.
Die Kaffees aus Bumba werden in der neuesten Station von Long Miles in Ninga aufbereitet. Diese neue Station hat es Long Miles ermöglicht, ihre Präsenz in der Region auszubauen und neue Quellen außergewöhnlich hochwertiger Kaffees zu erschließen.
Bumba ist ein Beispiel für die Abgeschiedenheit der Region Ninga, weit entfernt von Stromversorgung oder fließendem Wasser. Kaffee ist hier die wichtigste Einnahmequelle und wird neben einer kleinen Auswahl an Nahrungsmittelpflanzen für den lokalen Bedarf angebaut. Aufgrund dieser extremen Abgeschiedenheit war der Zugang zum unterstützenden Ökosystem von Long Miles bislang begrenzt. Mit der Fertigstellung der neuen Station in Ninga hat sich dies geändert: Die Bauern haben nun vollen Zugang zum agronomischen Unterstützungsprogramm „Coffee Scout“ von Long Miles sowie zu fairen und transparenten Preisen für die gelieferten Kaffeekirschen.
Dieses Lot wurde zunächst entpulpt und anschließend für 48 Stunden einer anaeroben Fermentation in versiegelten Kunststofftanks unterzogen. Danach wurde der Kaffee nach dem traditionellen gewaschenen Aufbereitungsprotokoll von Long Miles weiterverarbeitet.
Die anaerobe Vorfermentation verleiht diesem Lot einen Charakter von knackiger Himbeere, tiefer Melasse und einem feinen Schwarztee-Abgang.
Wir sind sehr stolz darauf, die Arbeit von Long Miles auch in diesem Monat wieder mit so vielen von euch teilen zu können. Ihr Einsatz für Rückverfolgbarkeit und die klare Trennung hochwertiger Lots hat über die Jahre hinweg viele unvergessliche Kaffeeerlebnisse hervorgebracht, und ihre Arbeit in neuen Ländern trägt ihr Modell von Qualität und Fairness zu einer ganz neuen Generation von Produzenten weiter.